Informationen zum Thema Stress
1. Was ist Stress? 2. Wie entsteht Stress? - Stressquellen 3. Folgen chronischer Stressbelastung 4. Möglichkeiten der Stressbewältigung
1. Was ist Stress?
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Die Definition des Begriffes Stress ist seit Beginn der Stressforschung in den 30er Jahren immer weiter entwickelt worden. Die neuere Stressforschung bezeichnet Stress als eine Wechselwirkung zwischen einer Person und ihrer Umwelt und unterscheidet dabei die Begriffe Stressor und Stressreaktion: |
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Stressoren (Stress-Auslöser): Als Stressoren oder Stress-Auslöser werden alle die Umweltreize, Personen oder Situationen bezeichnet, die wir als bedrohlich oder stressend empfinden und auf die wir mit einer Stressreaktion antworten. Das kann also z.B. Dauerlärm sein oder die Schwiegermutter, die zu Besuch kommt, der Chef, der plötzlich hinter einem steht und irgend etwas außergewöhnliches will, Präsentationen vor einer großen Gruppe etc.
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Stressreaktion: Wenn wir eine Situation oder einen anderen Menschen als Stress-Auslöser erleben, reagieren wir darauf, auch wenn uns das nicht immer bewusst ist, auf 4 verschiedenen Ebenen:
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· mit stress-spezifischen körperlichen Reaktionen (z.B. rot werden, schwitzen etc.) · mit Gedanken (z.B. „Oh Gott, das schaff ich nie!“) · mit Gefühlen (z.B. Wut, Ohnmacht, Angst etc.) · mit unserem Verhalten, das dann wieder auf unsere Umwelt zurückwirkt.
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Dabei spielen die Bewertungen, Einstellungen und Grundüberzeugungen, die wir uns im Laufe unseres Lebens angeeignet haben, eine besondere Rolle, und gerade weil dies so ist, kann hier mit der Bewältigung von Belastungen und Stress auch erfolgreich angesetzt werden. |
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Eustress und Distress Wenn also z.B. unvermutet Ihr Chef hinter Ihnen steht und ankündigt, er brauche für eine besonders umfangreiche und komplizierte Aufgabe einen besonders fähigen Mitarbeiter, können Sie ihn oder diese Situation als Stressor interpretieren und mit einer psychophysischen Stressreaktion darauf reagieren. Das nennen einige Stressforscher Distress (negativer Stress). Wenn Sie es jedoch als Herausforderung erleben und sich freuen, endlich einmal zeigen zu dürfen, was Sie können, wird das als Eustress (positiver Stress) bezeichnet. Der Unterschied liegt in unserer persönlichen Bewertung, d.h. inwieweit wir glauben, die Situation bewältigen zu können.
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Menschen reagieren besonders dann mit einer Stressreaktion, wenn sie das Gefühl haben, sie können die Situation, vor die sie sich gestellt sehen, so plötzlich oder auf lange Sicht nicht bewältigen und die an sie gerichteten Anforderungen nicht erfüllen. Wenn ein solcher Zustand gehäuft oder dauerhaft auftritt, entsteht chronischer Stress, der inzwischen als wichtiger, mitauslösender Faktor bei vielen, auch schweren Krankheiten wie z.B. Krebs und Depressionen gilt.
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Der biologische Sinn der Stressreaktion Entwicklungsgeschichtlich gesehen war Stress für den Menschen eine zum Überleben notwendige Reaktion. Sie hat sich während der Evolution im Laufe sehr langer Zeit entwickelt, und zwar bei Lebewesen, die neugierig und in der Lage waren, sich zu bewegen und ihre Umwelt zu verändern. Diese Lebewesen, zu denen auch der Mensch gehört, waren im Laufe ihrer Entwicklungsgeschichte oft Situationen ausgesetzt, die sie unvorbereitet trafen, und die für sie sehr gefährlich werden konnten. Um diese Situationen zu bewältigen, waren physiologische Abläufe nötig, die eine schnelle und plötzliche Reaktion auf Unbekanntes, Gefährliches ermöglichten und dafür schnell die benötigte Energie zur Verfügung stellten, z.B. für das Wegrennen oder Kämpfen. Die Funktionen, die dabei nicht nötig waren, wie z.B. die Verdauung oder Sexualität, mussten genauso plötzlich herunter gefahren werden, um nicht unnötig Energie zu verbrauchen.
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Heute, in unserer leistungsorientierten und temporeichen Gesellschaft, in der alles ständig besser, höher, schneller und weiter werden muss (muss?), gehört Stress ebenfalls zum Alltag der meisten Menschen, und zwar sowohl im Berufsleben als auch in der Freizeit. Allerdings können wir heute ständigem Zeitdruck, cholerischen Chefs oder aggressiven Kunden oder Kollegen nicht mit tätlichem Angriff oder Flucht begegnen, so dass unser Organismus oft auf der psychophysischen Erregung "sitzen bleibt".
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Wenn die Probleme, die der Stressreaktion zugrunde liegen, nicht gelöst werden, steht der Körper dauerhaft unter Strom. Die mobilisierte Energie kann nicht freigesetzt werden, und die für den Körper notwendige Entspannung bleibt aus. Früher oder später reagiert der Körper auf diesen chronischen Stresszustand mit Krankheit. Stress kann so als auslösender Faktor mit dazu beitragen, dass sogenannte Stressfolgekrankheiten entstehen, wie z.B. hoher Blutdruck, koronare Herzkrankheit, Tinnitus, aber auch Depressionen etc.
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Wenn wir andererseits in der Lage sind, eine Herausforderung positiv zu bewältigen, eine schwierige Situation erfolgreich meistern, empfinden wir uns als kompetent und unser Selbstwertgefühl steigt. Physiologisch geht die Anspannung dann in einen Zustand der Entspannung über.
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